Organisiert wurde diese gelungene Reise durch den Präsidenten der Schlossgesellschaft, Herrn Dr. Grzelkowski.

Das Neue Museum und die Büste der Nofretete standen und stehen schon lange im Blickfeld der Öffentlichkeit und es galt, uns darüber selber ein Bild zu machen.

Das im Krieg größtenteils zerstörte Gebäude, von August Stüler zwischen 1843 und 1855 als erstes archäologisches Museum der Welt eröffnet, ist von dem englischen Architekten David Chipperfield neu überformt und 2009 eröffnet worden. Zur Neugestaltung dieses Bauwerkes gab und gibt es viele Dispute und konträre Meinungen. Wer das Haus aber besucht, dem wird klar, dass eine form- und farbgestaltete Kopie des spätklassizistischen Stülerbaues aus heutiger Sicht nicht empfehlenswert war.

Der Architekt hat das Gebäude als quasi Geschichtsdokument  der Nachwelt präsentiert, das heißt es bestehen Hinweise auf alte Details ebenso wie auf die verheerende Zerstörung des Museums im Krieg und er hat bei der Neugestaltung die Nutzung mit einer zeitgemäßen Formensprache verbunden. Dies zeigt sich in auffallender Weise im großen Treppenhaus. Eine Rekonstruktion der übergroßen Kaulbachschen Wandgemälde wäre kaum möglich gewesen.

Nun zur Büste der ägyptischen Königin Nofretete:

Vielen ist der Streit um deren Besitz und Standort bekannt. Unser kompetenter Führer durch das Museum, Herr Dr. B. Wanzeck,  hat die rechtliche Seite der Diskussion so zusammengefasst: Sie gehört Deutschland und bleibt in Berlin. Sie hat die Reisekrankheit.

Ihre dreitausend Jahr (Amara-Zeit um 1340 v. Chr.) sieht man der Nofretete nicht an. Sie ist nach wie vor eine besondere Schönheit und wird im grünen Kuppelsaal des Museums  täglich von den vielen Bewunderern bestaunt.

Die vielen anderen Highlights des Hauses, würde man sie alle aufzählen füllten sie Bücher. Nur einiges aus diesem großartigen Bestand sei erwähnt: der Vaterländische Saal mit seinen Altertümern und der Raum mit den Berliner Goldhut – getrieben aus einem Stück Gold der Größe einer Streichholzschachtel – , der mittelalterliche Saal, sehenswert, sehenswert alles sehenswert.

Fakt ist, das Museum in Verbindung mit den anderen vier zum Weltkulturerbe gehörenden Museen auf der Insel am Kupfergraben in Berlin ist ein internationales Glanzstück der Weltkultur.

Hans Werner