Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrter Herr Knierriem,
liebe Gäste,

Was treibt Sie innerlich an? Weshalb sind wir heute zur feierlichen und öffentlichen Übergabe der restaurierten Kassenlade hier zusammen gekommen? Ist es die Überzeugung von Kultur?

Seneca sagte einmal: „Alles ist fremdes Gut, nur die Zeit gehört uns!“ Und es scheint tatsächlich so zu sein, zumindest mit den Dingen, die uns überdauern: sie werden geschaffen, sie werden uns übereignet und letztlich müssen wir sie weiter geben. Lediglich die Zeit, die wir ihnen widmen hängt von  uns ab – so es die Umstände zulassen.

Und wenn wir gut mit ihnen umgehen, nennen wir es Kultur!

Aber mit unserer Kultur scheint es im Argen in der letzten Zeit. Es wird gerechnet und gestrichen, es wird geknausert und begründet. Es wird abgeschaut. Von zwei Bereichen wird abgeschaut wie so gerne:

Erstens. Aus Amerika: dort, wo so viel in privater Initiative entsteht, dort, wo man durch die Museen läuft und ganze Säle von Rockefeller, Trump oder Gates gesponsert sind, dort, wo riesige Stiftungen bestehen. Aber dieses Mäzenentum ist in Deutschland nicht ausgeprägt. Hier, wo jedem Erfolgreichen Steuerbetrug unterstellt wird. Hier, wo Neidkultur zur Reichensteuer anstachelt. Hier möchten wir aufrufen und beitragen zu mehr Mut zur Kultur! Zu Kulturmut.

Zweitens. Aus der Wirtschaft wird sehr gerne abgeschaut: Jede Veranstaltung, jede Aktion muss sich rechnen, so wie es im Betrieb jede Abteilung muss. Die gute alte Mischkalkulation hat ausgedient. Doch muss ich auch bei diesem Beispiel nachfragen: arbeitet denn die Marketingabteilung in dieser Kostenstellenrechnung auch nachrechenbar gewinnbringend?

Lassen Sie uns die Kultur als das Aushängeschild der Menschheit betrachten! Marketing für den Menschen! Nicht jeder Euro in die Kultur bringt den return on investment sofort. Aber haben wir auch aus diesem Aspekt Mut zu Kultur! Kulturmut!

Wir, die Schlossgesellschaft zu Rochlitz, haben diesen Mut zu Kultur und deshalb möchte ich jetzt diese Kassenlade, über deren Restaurierung und Einordnung wir noch hören werden, enthüllen und dem Staatbetrieb Schlösser und Gärten in Sachsen  übergeben… nicht ohne Hoffnung! Denn auch unser Kulturstaatsminister Bernd Naumann betont immer wieder – nachzulesen auf seiner Homepage - :

Kunst und Kultur sind der Zukunftsmotor unserer Gesellschaft!

Hoffen wir, dass er gehört wird!